Verfasst am: 20.09.2010 - 12:40

Urheberrechtsabgabe: 43,74 Euro für eine 750-GB-Festplatte


gema logo 150x130 Urheberrechtsabgabe: 43,74 Euro für eine 750 GB FestplatteÜber Urheberrechtsabgaben auf Computer und Netbooks haben wir zuletzt im Mai berichtet. Wer sich erinnert, der weis, dass die GEMA in zwei Fällen unterscheidet. Die Gebühren liegen bei 13,65 Euro bei einem Computer mit optischem Laufwerk. Ohne Laufwerk werden 12,15 Euro erhoben.

Diese Abgaben müssen in erster Linie die Hersteller entrichten und nicht der Kunde. Allerdings schmälert solch eine Gebühr den Gewinn, der durch den Kunden wieder hereingeholt wird. Ein Aufpreis bei Geräten ist also die logische Folge.

Die Urheberrechtsabgaben werden rückwirkend bis Anfang 2008 gefordert. In Österreich ist eine Urheberrechtsabgabe auch im Gespräch, wird dort allerdings sehr drastisch behandelt. Aktuell fordern die Verwertungsgesellschaften für Urheberrechte in Österreich eine Urheberrechtsabgabe auf Festplatten. Im Fachjargon wird dies als “Leerkassettenvergütung” bezeichnet. Wieder wird in zwei Fällen unterschieden: Eine normale Festplatte mit bis zu 500 GB soll 21,60 Euro kosten. Eine Multimedia-Festplatte, die mehr als 750 GB besitzt bekommt einen Aufpreis von stolzen 43,74 Euro. Letzteres sind aber Festplatten, die sich ohne Computer bedienen lassen. Beispielsweise externe-, Streaming- oder Netzwerk-Platten.

Die Hüter der digitalen Rechte begründen die geforderte Abgabe damit, dass Festplatten für massenhaft illegale Kopien von geschützten Inhalten genutzt werden. Bereits 2005 hat man diesen Schritt versucht, bekam aber vom Obersten Gerichtshof in Österreich eine Absage erteilt. Das Gericht kam zum Schluss, dass Festplatten größtenteils für andere Aufgaben genutzt werden und demnach nicht unter diese Abgabe fallen. Heute argumentieren die Verwertungsgesellschaften für Urheberrechte damit, dass sich die Gewohnheiten und Nutzung der Besitzer verändert haben, sodass immer mehr illegale Raubkopien in den Haushalten vorzufinden sind.

In Deutschland ist von einer Urheberrechtsabgabe auf Festplatten noch nichts zu hören und wir hoffen, dass es so bleibt. Kleinere Hersteller werden auch mit der beschlossenen Abgabe ihre Probleme haben und müssen zwangsläufig den Preis erhöhen. Gerade auch deshalb, weil Geld für fast 2 Jahre gefordert wird. Es ist fraglich, wie weit dieses Thema noch gehen wird. Aufgeschlüsselt sieht es nämlich so aus, dass alles mit einer “Steuer” versehen werden könnte. Die Tastatur, die Maus, der Bildschirm und noch so manch anderes in einem Gerät wird gebraucht, um illegale Raubkopien anzufertigen. Eine relativ günstige Pauschale im Bereich der Urheberrechtsabgaben wäre vielleicht der bessere Weg, als einzeln jede Komponente zu erhöhen.

Wir unterstützten keine Raubkopierer und raten davon ab. Fakt ist: Auch Künstler aller Art müssen von ihrer Arbeit leben!

via mobicroco