Verfasst am: 03.08.2010 - 16:04
Pädagoge warnt vor Netbooks für Grundschüler
Computer und Notebook sind in Schulen anderer Länder oft zu sehen. Doch gerade die kleinen Netbooks sind in Schulen der absolute Renner. Klein, ein geringes Gewicht und viele praktische Anwendungsmöglichkeiten bietet solch ein Netbook.
Der Bildungsexperte und Grundschulpädagoge Hans Brügelmann warnt nun allerdings vor einer “Übercomputerisierung” der Grundschulen. Und das, obwohl bislang nur ein Pilotprojekt mit Netbooks in Grundschulen durchgeführt wurde.
Nämlich in Hamburg, wo einige Grundschulen mit Intel-Netbooks ausgestattet wurden. In anderen EU-Ländern sind Netbooks fester Bestandteil des Unterrichts, also auch denkbar für Deutschland. Doch Brügelmann hält dagegen und findet, dass fünf Computer pro Klasse mit DSL-Anschluss ausreichend sind.
Im Magazin “ZEIT WISSEN” hat sich der Pädagogikprofessor von der Universität Siegen geäußert: “Jedem Kind ein Netbook zu geben hätte nur dann Sinn, wenn dadurch das Lernen fachlich und pädagogisch befördert würde[...] Lernsoftware besteht oft nur aus Arbeitsblättern, die mit Ton, Farbe und Bewegung auf dem Bildschirm erscheinen. Didaktisch fundierte Programme sind Ausnahmen.”
Warum Hans Brügelmann nur fünf Computer pro Klassenzimmer für sinnvoll hält, begründet er wie folgt: “Dies verlangt, dass Kinder sich organisatorisch absprechen, und fördert individuelles und kooperatives Arbeiten.”
Ganz unrecht hat Herr Brügelmann nicht, denn das Software-Angebot im Bereich “Lernen” ist zwar umfangreich, aber nicht wirklich zum effektiven Lernen gedacht. Durch Spielen kann man zwar viel lernen, aber nicht fürs Leben. Dennoch werden bald Netbooks oder sogar Tablet PCs in deutschen Schulen vermutlich Standard sein.
via stockwatch